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Welt-Erstaufführung
Violinkonzert g-moll Opus 21 revidierten Fassung 1971
Werner Trenkner

Am 11. September 1935 wurde die Partitur des Violinkonzertes von Werner Trenkner in Berlin fertiggestellt. 1936 wurde das Violinkonzert bei Ries & Erler, Berlin gedruckt und war dort Leihweise erhältlich. Die Uraufführung fand am 10. Oktober 1935 durch die Geigerin Isabella Schmitz und den Berliner Philharmonikern in Berlin satt. Das Violinkonzert erlebte weitere erfolgreiche Aufführungen z.B. in Stuttgart, Oberhausen, Köln, Aachen, Hilversum, München u.a.

Das gesamte Orchestermaterial sowie die Partituren sind bei Ries & Erler durch Kriegseinwirkung vernichtet worden. Eine gedruckte Partitur befindet sich laut Auskunft in der Staatsbibliothek zu Berlin. Stiftung, Preußischer Kulturbesitz.

Das Violinkonzert wurde vom Komponisten überarbeitet und enthält in der handschriftlichen Partitur auf Seite 131 den Eintrag „Fine Februar 71 revidiert in Lübeck.“

Die handschriftlichen Partitur und das handschriftliche Orchestermaterial in der revidierten Fassung war im Besitz von Ingrid und Harald Rummler und deren Eigentum. Die Partitur und das Orchestermaterial wurde druckfertig von Harald Rummler erstellt.

Im Konzert am 22. Oktober 2020 erklingt zum ersten Mal die revidierten Fassung des Violinkonzerts g-moll op. 21 von Werner Trenkner.

Solistin ist die weltweit anerkannte Geigerin Rebekka Hartmann.
Es spielen Mitglieder der Dortmunder Philharmoniker.
Leitung Harald Rummler.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Allgemeine Thüringische Landeszeitung, 11. Oktober 1935   

“Und gestern Abend vermittelte uns das Berliner Philharmonische Orchester mit der exquisiten, aus den musikalischen Urquellen schöpfenden Violinvirtuosin Isabella Schmitz aus Köln Trenkners dankbares Violinkonzert, das eine Vertiefung der musikalischen Konzeption aufzeigt.

Dieses Konzert, das die Dauer von einer halben Stunde nicht überschreitet, weist trotz seiner einsätzigen Anlage eine solche Fülle von abwechslungsreicher Themen und Stimmungsbilder auf, dass das innere Miterleben stets wach gehalten wird.

Die Solovioline beginnt mit einem schlichten, einfachen Thema, das bald von den Orchesterstimmen aufgenommen wird, ein zweites, aufzuckendes Motiv unterbricht die versonnene Ruhe, und so wechseln lyrische Partien resignierende Wehmut mit dramatisch gestalteten, aufbegehrenden Stellen: es ist wie im Leben ein ewiges Sehnen nach fernem Glück und ein ewiger Kampf um erträumte Ideale. So denke ich mir die Gefühlswelt, aus der Trenkners uraufgeführtes Violinkonzert entstanden ist.

Die technischen Fortschritte Trenkners werden immer handgreiflicher; die Themen sind klar geformt, die meisterhaft kontrapunktische Gestaltung entwächst dem inneren Organismus des Gesamtaufbaues und wird nie zum Selbstzweck: kurz, dieses beglückende Violinkonzert Trenkners ist schon ein großer Wurf.”

Berliner Börsenzeitung, Oktober 1935

“… Peter Raabe als er im Senderaum des Funkhauses in Anwesenheit zahlreicher Funkhörer  die Berliner Philharmoniker dirigierte. Sogar eine Uraufführung, ein Violinkonzert von Werner Trenkner, mutete er seiner Hörerschaft zu, das Werk eines verantwortungsbewusst Werdenden. Es hat Melodie, und zwar als originelle Einfälle, ist also zu“verstehen“. Für seine eindringliche Darstellung sorgte in der Solopartie die Kölner Geigerin Isabella Schmitz. Und die Hörer gingen mit, öffeten sich dem Werk, was festzustellen nicht schwer war. Das Werk wird sicherlich seinen Weg machen. ”

Rhein.-Westf. Zeitung 

“In einer kantilenen Grundstimmung ganz aus dem Eigencharakter des Instrumentes verbinden, bestrickend  in Klang und Melodik.”

Westdeutsche Allgemeine Zeitung      

“… Überragendes Können, echte Empfindsamkeit und blutvolles Musikantentum verbinden sich hier aufs glücklichste miteinander.”

Rhein- und Ruhr Zeitung

“Das Violinkonzert zeigt Trenkners Vollblutmusikertum in reifer Klarheit.”

 

Nachlass Werner Trenkners an der Universität
Noten, Manuskripte, Dokumente, Fotos: Der gesamte Nachlass Werner Trenkners (1902-1981), eines Komponisten an der Grenze  zwischen Spätromantik und Moderne, befindet sich jetzt im Institut für Musik der Universität Oldenburg.

Möglich wurde dies durch die Schenkung von Harald Rummler, Solingen und die Vermittlung der Oldenburger Komponistin Prof. Violeta Dinescu.

 


Programmheft Saison 2019/2020

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Die Historische Aufnahme von 1959
Das 1. Klavierkonzertes f-moll von Werner Trenkner im Internet.

Vollkommens überraschend und sehr erstaunt, ja ungläubig, war für mich am Samstag-Nachmittag (22. April) die Entdeckung einer Aufnahme von Werner Trenkners Konzert Nr.1 f-moll für Klavier und Orchester, Opus 35 im Internet.
Die Aufnahme des Klavierkonzertes wurde am 10. März 2017 ins Internet eingestellt. Bei der Aufnahme handelt es sich um ein Konzert-Mitschnitt vom 13. Februar 1959. Solistin, Evelinde Trenkner / Orchester, Hessische Rundfunkorchester Frankfurt. Dirigent, Werner Trenkner.

Ich bin darüber begeistert und überwältigt. Es ist auch zugleich ein Beweis für unsere unermüdliche und zielstrebige Arbeit. Mit so etwas habe ich nie gerechnet. Wir sind nicht nur mit unseren Meisterkonzerten in Solingen, sondern auch als Trenkner Gesellschaft international bekannt. Wer aber hat diese Aufnahme ins Internet gestellt? Wir haben weltweit Kontakte. Als erstes hatte ich an die Stanford Universität in den USA gedacht, denn die Uni hat alle unsere Aufzeichnungen (CDs) vor einigen Jahren von uns bekommen. Die Kompositionen Trenkners werden dort sehr geachtet. Ich dachte auch an andere Freunde aus fernen Ländern, diese kamen aber für mich nicht in die engere Wahl.

Nach genauerer Betrachtung führte mich die Spur nach Paris zu dem jungen Komponisten und Pianisten Corentin Boisser. Woher er die Aufnahme hat, bleibt für mich ein Rätsel.

Die Uraufführung des Klavierkonzertes fand am 1. Juni 1953 in Gelsenkirchen statt. Weitere Aufführungen folgten in Oberhausen, Recklinghausen, Stuttgart, Bremen, Beromünster, Düsseldorf, Hamburg, Hilversum, Köln und München. Unter Leitung der Dirigenten Hans Herwig, Karl Köhler, H. Müller-Karg, Werner Trenkner, spielten u.a. das Westfälische Sinfonieorchester, das Städtische Sinfonieorchester Oberhausen, das Südfunk-Sinfonieorchester Stuttgart. Außer Evelinde Trenkner hatte bei einigen dieser Konzerte auch der Pianist S. Dilion den Solo-Part übernommen.
Dilion war der Solist bei den Aufführungen in Stuttgart (16. Juli 1968 und 04. Mai 1977) mit dem Südfunk-Sinfonieorchester Stuttgart.

Einige Pressestimmen zu dem Klavierkonzert:

Höhepunkt des Abends war das Konzert für Klavier und Orchester f-moll von Werner Trenkner. Den Klavierpart bestritt Evelinde Trenkner, und zwar mit einer solchen Gestaltungskraft, dass der Beifall kein Ende nehmen wollte. Der Komponist durfte sich mit seiner Tochter den rauschenden Beifall teilen. Das Klavierkonzert war ein Beweis dafür, dass „Neue Musik“ die Menschen sehr wohl mitreissen kann, wenn sie sich in “geordneten Bahnen“ bewegt. Solche Musik möchten wir im kommenden Konzertwinter oft hören.
Heinz Roesburg, Buersche Zeitung, 3. Juni 1953

Mit großem Elan und klarem Formwillen verhalf Evelinde Trenkner, liebevoll und hingebend unterstützt von Karl Köhler und dem klangschön aufspielenden Orchester, dem Klavierkonzert in f-moll ihres Vaters zu einem bejubelten Erfolg. Das 1952 entstandene, mehrfach an verschiedenen Sendern aufgeführte und von uns schon ausführlich gewürdigte Werk trägt die Züge einer noblen Künstlerpersönlichkeit an sich, weiß überall Gediegenes, oft Überraschendes auszusagen und ist durchsetzt mit echten Steigerungen. Trenkner weiß die Klangwelt seiner Frühentwicklung, der er schätzenswerte Treue hält, mit neuester Harmonik nicht nur von außen her zu verbinden. Dieses Konzert sollte in jede Konzertplanung deutscher Dirigenten hineinpassen. Es demonstriert eine Generation künstlerisch-geistiger Verantwortung und umfassenden Könnens.
H.K., Ruhrwacht, 6. Mai 1960