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Die Historische Aufnahme von 1959
Das 1. Klavierkonzertes f-moll von Werner Trenkner im Internet.

Vollkommens überraschend und sehr erstaunt, ja ungläubig, war für mich am Samstag-Nachmittag (22. April) die Entdeckung einer Aufnahme von Werner Trenkners Konzert Nr.1 f-moll für Klavier und Orchester, Opus 35 im Internet.
Die Aufnahme des Klavierkonzertes wurde am 10. März 2017 ins Internet eingestellt. Bei der Aufnahme handelt es sich um ein Konzert-Mitschnitt vom 13. Februar 1959. Solistin, Evelinde Trenkner / Orchester, Hessische Rundfunkorchester Frankfurt. Dirigent, Werner Trenkner.

Ich bin darüber begeistert und überwältigt. Es ist auch zugleich ein Beweis für unsere unermüdliche und zielstrebige Arbeit. Mit so etwas habe ich nie gerechnet. Wir sind nicht nur mit unseren Meisterkonzerten in Solingen, sondern auch als Trenkner Gesellschaft international bekannt. Wer aber hat diese Aufnahme ins Internet gestellt? Wir haben weltweit Kontakte. Als erstes hatte ich an die Stanford Universität in den USA gedacht, denn die Uni hat alle unsere Aufzeichnungen (CDs) vor einigen Jahren von uns bekommen. Die Kompositionen Trenkners werden dort sehr geachtet. Ich dachte auch an andere Freunde aus fernen Ländern, diese kamen aber für mich nicht in die engere Wahl.

Nach genauerer Betrachtung führte mich die Spur nach Paris zu dem jungen Komponisten und Pianisten Corentin Boisser. Woher er die Aufnahme hat, bleibt für mich ein Rätsel.

Die Uraufführung des Klavierkonzertes fand am 1. Juni 1953 in Gelsenkirchen statt. Weitere Aufführungen folgten in Oberhausen, Recklinghausen, Stuttgart, Bremen, Beromünster, Düsseldorf, Hamburg, Hilversum, Köln und München. Unter Leitung der Dirigenten Hans Herwig, Karl Köhler, H. Müller-Karg, Werner Trenkner, spielten u.a. das Westfälische Sinfonieorchester, das Städtische Sinfonieorchester Oberhausen, das Südfunk-Sinfonieorchester Stuttgart. Außer Evelinde Trenkner hatte bei einigen dieser Konzerte auch der Pianist S. Dilion den Solo-Part übernommen.
Dilion war der Solist bei den Aufführungen in Stuttgart (16. Juli 1968 und 04. Mai 1977) mit dem Südfunk-Sinfonieorchester Stuttgart.

Einige Pressestimmen zu dem Klavierkonzert:

Höhepunkt des Abends war das Konzert für Klavier und Orchester f-moll von Werner Trenkner. Den Klavierpart bestritt Evelinde Trenkner, und zwar mit einer solchen Gestaltungskraft, dass der Beifall kein Ende nehmen wollte. Der Komponist durfte sich mit seiner Tochter den rauschenden Beifall teilen. Das Klavierkonzert war ein Beweis dafür, dass „Neue Musik“ die Menschen sehr wohl mitreissen kann, wenn sie sich in “geordneten Bahnen“ bewegt. Solche Musik möchten wir im kommenden Konzertwinter oft hören.
Heinz Roesburg, Buersche Zeitung, 3. Juni 1953

Mit großem Elan und klarem Formwillen verhalf Evelinde Trenkner, liebevoll und hingebend unterstützt von Karl Köhler und dem klangschön aufspielenden Orchester, dem Klavierkonzert in f-moll ihres Vaters zu einem bejubelten Erfolg. Das 1952 entstandene, mehrfach an verschiedenen Sendern aufgeführte und von uns schon ausführlich gewürdigte Werk trägt die Züge einer noblen Künstlerpersönlichkeit an sich, weiß überall Gediegenes, oft Überraschendes auszusagen und ist durchsetzt mit echten Steigerungen. Trenkner weiß die Klangwelt seiner Frühentwicklung, der er schätzenswerte Treue hält, mit neuester Harmonik nicht nur von außen her zu verbinden. Dieses Konzert sollte in jede Konzertplanung deutscher Dirigenten hineinpassen. Es demonstriert eine Generation künstlerisch-geistiger Verantwortung und umfassenden Könnens.
H.K., Ruhrwacht, 6. Mai 1960